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Ein ganz besonderes Jahr

Ein ganz besonderes Jahr

18.12.2020

In dieser Jahreszeit schreiben viele, dass ein besonderes Jahr zu Ende geht. Heute ist der letzte Praxistag in 2020. Anfang des Jahres haben wir ein ganz anderes Jahr erwartet. Ein Jahr in dem es so einiges zu feiern gab. Aus bekannten Gründen haben wir aber nicht so richtig feiern können.

Logopädin

Im Juni war es 25 Jahre her, dass ich mich Logopädin nennen durfte. Im April 1995 habe ich mich bei einer Praxis für Logopädie in Lingen beworben. In den Niederlanden sah es, was Arbeit angeht für neue Logopäden schlecht aus. Es gab kaum Vollzeitjobs und alles was es gab war weiter weg. Mir war es egal in welche Richtung ich fahren sollte. Ob ich weiter in die Niederlanden oder die gleiche Kilometerzahl in die andere Richtung über die Grenze fahren sollte, machte für mich keinen Unterschied. Ich fing an in der Praxis für Logopädie von Monique Dingemans und Josette Tip. Eine Herausforderung, denn ich als Niederländerin musste ich das Gelernte in die Deutschen Sprache umsetzen.

Anfangs durfte ich keine Sprachbehandlungen machen. Ich habe das erste halbe Jahr nur Stimm- und Artikulationsprobleme behandelt. Und nach diesem halben Jahr durfte ich dann alles machen.

Stottern

1997 fühlte ich mich in der Behandlung stotternder Kinder sehr unsicher. Ich habe mich für eine Fortbildung „Stottern bei jungen Kindern“ angemeldet. Wo Stottern während des Studiums ein nicht-beliebtes Unterrichtsfach war, hat es mich danach mehr und mehr interessiert und fasziniert. Im ganzen Umkreis gab es keine Stottertherapeuten. Also habe ich mich dafür entschieden Stottertherapie zu studieren. Jetzt verstand ich die Materie auch. Bis heute fasziniert mich das Stottern wirklich. Es bringt mir große Freude, dass ich mit dem Wissen dazu beitragen kann, dass ein Leben sich ändern kann.

Praxisübernahme

Nach 5 Jahren kam die nächste Herausforderung, die mich auch die nächsten 20 Jahre in Deutschland behalten hat. Frau Dingemans hatte sich dafür entschieden wieder in die Niederlande zurückzuziehen und hatte dort, weit von Lingen entfernt, eine Stelle bekommen. Ich konnte ihr Praxisanteil übernehmen. Leider lief es in den Praxen im lingener Umkreis sehr schlecht. Wo ich vorher immer 40 Stunden gearbeitet hatte, war ich in 2000 froh, dass ich 1 Tag in mein Stotterspezialisationspraktikum (es bleibt ein tolles Wort für Galgenmännchen ) investieren konnte, denn mir blieben viel weniger Stunden in der Praxis. Das war für mich damals auch Grund zu überlegen ob ich die Praxis wirklich teils übernehmen sollte oder nicht. Noch heute bin ich froh, dass ich mich trotzdem für die Übernahme entschieden habe. Kurze Zeit später stand ich dann alleine, weil Frau Tip auch wieder in den Niederlanden anfing zu arbeiten.

Es wurde Zeit Leute einzustellen, denn alleine würde ich es nicht schaffen. Ich war froh, dass Inge, die schonmal Praktikum in der Praxis gemacht hatte, sich meldetet un in der Praxis anfing. Logopädinnen sind oft jüngere Frauen, die irgendwann schwanger werden und nicht mehr Vollzeit arbeiten können. Dadurch habe ich noch einige andere Mitarbeiter begrüßen (Marion, Veronika, Juliane, Rebekka) dürfen und mit allen immer schön zusammengearbeitet.

Umzüge

Im Laufe der Zeit sind wir dann 2 Mal umgezogen. An der Raydtstraße wurden die Räumlichkeiten, mit 4 Logopädinnen und 3 Räumen, zu klein. Wir zogen an die Stephanstraße, wo wir für die verschiedene Teilzeitkräfte jeweils einen Raum hatten, sodass jede ihr Raum so einrichten konnte das sie gut arbeiten konnte und sich in dem eigenen Raum wohlfühlte. Als meine eigene Kinder gewachsen sind und ich mein zweites Studium (nach der Stottertherapie habe ich noch einen Master in der Logopädiewissenschaft gemacht) beendet hatte, sah mein Leben auch wieder ganz anders aus.

Die Logopädinnen haben die Praxis verlassen (durch eine eigene Praxis, andere Herausforderungen, usw.) und ich fing wieder an mehr zu arbeiten, sodass auch die fachliche Leitung, die die Praxis verlassen hatte, nicht mehr notwendig war. Dadurch wurden die Räume an der Stephanstraße zu groß, weil wir am Ende noch mit 2 (fast-)Vollzeitkräften da waren. Julia arbeitet jetzt seit einem Jahr Vollzeit in der Praxis. Auch Julia ist eine Praktikantin die „hängengeblieben“ ist.

Fachzentrum FASD und Logopädie

Durch meine Faszination für Fetale Alkohol Spektrum Störungen (FASD) habe ich mich vertieft und geforscht in diesem Bereich. Auch Julia hat ein besonderes Interesse an FASD. Da noch sehr wenig bekannt ist im Bereich der logopädischen Problemen bei FASD, hatten wir schon vor fast 2 Jahren die Idee ein Fachzentrum in der Praxis zu starten. Hier sollten alle die sich irgendwie für FASD interessieren oder mit FASD zu tun haben (beruflich und/oder privat), sich an uns wenden können mit Fragen, wenn sie Therapie brauchen, wenn sie beraten werden möchten, wenn sie eine Fortbildung oder einen Workshop zu dem Thema interessiert. Dieses Jahr schien uns ausgrund der obengenannten Feierlichkeiten, nach der langen Planung, ein sehr gutes Jahr um das Fachzentrum für FASD und Logopädie zu starten. Leider konnten wir auch das nicht so richtig feiern, aber angefangen haben wir! (http://www.fasd-logo.com)

Jahresende

Wir hoffen, dass nächstes Jahr Allen viel Gutes bringt und wir freuen uns schon auf eine tolle Zusammenarbeit, egal in welcher Form (in der Therapie, bei Fortbildungen, im fachlichen Austausch, auf Kongressen,……). Und natürlich hoffen wir das Sie gesund bleiben.

Die Praxis für Logopädie & Stottertherapie und das Fachzentrum für FASD und Logopädie wünschen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in ein schönes, gesundes, neues Jahr!